Glück

Wie gelingt es Glück dauerhaft zu erfahren?  

Es gibt zahlreiche Anleitungen die den Weg zum Glück beschreiben und vom glücklich sein berichten.

Gegenseitig sprechen wir uns Glückwünsche aus, ob zum Geburtstag, zum Jahreswechsel, zu einer Prüfung oder einer bevorstehenden schweren Aufgabe.
So oft habe ich selbst diese Wünsche erhalten und auch meinen Lieben weitergegeben. Wie oft ist uns das Glück schon begegnet und wir haben es einfach so dahin genommen?

Doch warum ist es aber dennoch so schwierig Glück dauerhaft zu erfahren?

Dalai Lama beschreibt das Glück als Lebenskunst aus täglicher Übung. Die Kunst ist es, die richtige Perspektive zu gewinnen. Sie beginnt im Ernstnehmen des anderen, im Aufbrechen des Egoismus, im Absehen vom individuellen Interesse, im Zugang auf das Fremde. Hier liegt der Kern eines sinnerfüllten Lebens und des Glücks.

Eigentlich ist es doch ganz einfach!
Jeder von uns strebt nach Glück und will das Leid vermeiden.
Demnach besteht die Lebenskunst darin, nicht auf Kosten anderer zu leben, dem eigenen Egoismus keinen Raum zu schenken, an die anderen zu denken und weniger an sich selbst, Verständnis für die Mitmenschen zu entwickeln und nicht nur das Schlechte zu sehen, sondern das Gute, Hilfestellung zu leisten und zu verzeihen.
Ganz einfach und doch so schwer!

Wir selbst sind verantwortlich den richtigen Weg zu gehen.
Die Reise beginnt in unserem Kopf! Durch  unser eigenes Denken produzieren wir  Unglück. Es  entsteht durch beschränkte Vorstellungen, durch Begierden und Emotionen wie Wut, Hass, Zorn, Stolz, Neid und Eifersucht, Arroganz, Verachtung, Gleichgültigkeit. Dabei verfügen wir alle über die Eigenschaften, die uns zum Glück führen; die Güte, die Liebe, das Mitgefühl, die Fähigkeit uns zu freuen. Diese Haltungen sind der Wegweiser zum Glück!

Wichtig ist auch zu begreifen, dass Glück nicht auf Äußerlichkeiten beruht. 
Durch äußerliche Einflüsse, wie zum Beispiel eine schöne Wohnung, schickere Kleidung, Geld, Urlaub, eine Vielzahl von Freunden , kann zwar ein gewisses Maß an Glück erfahren werden, doch es ist vergänglich.
Aller äußerer Komfort nützt nichts, wenn in unserem Inneren zerstörerischer Ehrgeiz, Unruhe und Negativität herrscht.

saṁtoṣāt-anuttamas-sukhalābhaḥ
„Durch Zufriedenheit gewinnt man unvergleichbares Glück.“

Patanjali Yoga Sutra 2.42

Die innere Zufriedenheit ist es, worauf es ankommt. Nur durch sie erreichen wir innere Ruhe.
In unserer modernen Welt sind wir ständig getrieben und rennen irgendwelchen Wünschen hinterher. Die unaufhörliche Gedankenkette von Wünschen kann nur mit Hilfe von Zufriedenheit durchbrochen werden.
Viel Leid entsteht durch unsere eigene Unzufriedenheit, Begierde, Hass, Nichtwissen. Indem wir dem Leid auf den Grund gehen, die Ursache erkennen, haben wir die Möglichkeit dieses  in Glück umzuwandeln. So kann durch geistigen Frieden das Glück auch unter den schwierigsten Umständen empfunden werden.

„Hat ein König zu viele Wünsche und will immer mehr, wird er wie ein Bettler. Jedoch ein Bettler, der sich zufrieden gibt mit dem was er hat, ist ein wahrer König!“

Um Glück zu finden und zu empfinden bedarf es den Geist zu beherrschen und sich selbst zu geistiger Ruhe und tieferen Einsicht zu transformieren. 
Es ist ein langer Weg – beschreite ihn tagtäglich und (er)lebe Zufriedenheit.