Innerer Frieden

Die Kunst mit sich selbst Frieden zu schließen.

Kommen wir mit uns selbst nicht zurecht, so versuchen wir leicht, unsere Unzufriedenheit auf andere zu übertragen.
Unser Körper ist Teil unserer Persönlichkeit, so wie auch unsere Gefühle, Wahrnehmungen, Geistesformationen und unser Bewusstsein. Es liegt an uns Frieden und Harmonie zu etablieren. Oft lassen wir uns aber durch negative Gefühle beeinflussen. Wir werden oft ärgerlich und fahren andere Leute barsch an; wir verlieren die Geduld und sind Opfer von Unzufriedenheit, Wut, Eifersucht und Hass.

Doch wie gelingt es uns zu inneren Frieden, Mitgefühl und innere Stabilität zu gelangen?
Wie schaffen wir es Zufriedenheit nicht in äußeren Dingen zu suchen, sondern bei uns selbst zu finden?

Bevor wir für uns selbst diese Fragen beantworten können, müssen wir erkennen, was innerer Frieden bedeutet.

Der Begriff śāntiḥ शान्ति hat die Bedeutung absoluten inneren Friedens. Abgeleitet vom Adjektiv śama शम, mit der Bedeutung ruhig, still impliziert innerer Frieden Zufriedenheit, Ruhe, Beschaulichkeit, Erfülltheit und letztlich Glückseligkeit.

Inne­rer Frie­den ist damit erfahr­bar als innere Ruhe, Aus­ge­gli­chen­heit, Balance, Leich­tig­keit und Gelas­sen­heit.

Innerer Frieden spiegelt sich aber auch vor allem in der Nicht-Bewer­tung und Annahme des eige­nen Seins wieder­ und bedarf, dass wir zu unserem wahren Selbst zurückfinden.

Wir müssen lernen unser Selbst durch tiefes Hinschauen zu erfahren.

Wir dürfen nicht daran festhalten uns mit anderen zu vergleichen und uns zu bewerten. Wir müssen aufhören nach dem zu streben, was vielleicht andere haben. Viel wichtiger ist zu erfahren und zu erkennen, wer wir selbst sind und welche wundervollen, positiven Eigenschaften wir besitzen.

Gleichzeitig bedeutet dies, dass wir uns von unserem Ego lösen müssen. Sobald wir an einem Denkmuster oder Glaubenssystem festhalten ist unser Ego im Einsatz. Oft ist es für uns nicht gleich erkennbar, dass wir daran festhalten. Erhalten wir aber auf emotionaler Ebene einen Anstoß, fühlen wir zum Beispiel Wut, Kontrolle, Dominanz, Angst, Traurigkeit oder aber positive Emotionen wie Freude, befinden wir uns im EGO-Modus.  

Wir müssen lernen im ‚Hier und Jetzt‘ zu leben, den gegenwärtigen Augenblick wahrzunehmen und nicht in die Vergangenheit zu fliehen oder in die Zukunft zu reisen. Das Vergangene ist nicht änderbar und die Zukunft existiert noch nicht. Das Leben im ,Hier und Jetzt’ hilft uns mehr zu erfahren und weniger zu analysieren. Sobald es uns gelingt das ‚Hier und Jetzt‘ – so wie es ist, zu akzeptieren und uns von den Vorstellungen, wie es sein sollte zu lösen, gelingt es uns von unserem Ego zu lösen.

Um zum wahren Selbst zurückzufinden, sich vom Ego zu lösen verhilft uns die Meditation.
Durch das Meditieren gelingt es uns Gefühle und Gedanken wahrnehmen zu können, zu beobachten wie sie aufkommen und dann aber auch wieder vorbeiziehen. Durch die Meditation sind wir präsent und unser Körper und Geist sind vereint.

Anleitung zur Meditation:

Suche dir einen Ort an dem du ungestört bist.
Finde für dich eine bequeme Sitzhaltung oder lege dich auf den Rücken.

Schließe deine Augen und lass deinen Atem ruhig und gleichmäßig kommen und gehen. Fühle deinen Körper, fühle deinen Herzschlag und deinen Atem.

Lenke deine Aufmerksamkeit hin zu deinem Atem und verbinde dich mit jeder Einatmung mehr und mehr mit dir selbst. Ausatmend lässt du bewusst alles los. Löse die Spannung in deinem Körper und fühle die Entspannung.

Fühle deinen Körper und beobachte deine Gedanken.

Nimm dich selbst wahr.

Das was du nun empfindest und siehst bist du, mit all deinen Eigenschaften, Charakterzügen und deinem Aussehen.

Das bist du!

Betrachte dich von oben bis unten und betrachte dich bewusst und aufmerksam.

Nun stell dir vor, dein Körper, dein Aussehen, deine Sinneseindrücke und deine Stimme lösen sich nach und nach auf. Dein Körpergefühl geht verloren, sowie auch die Trennung zwischen deinem Körper und der Umwelt, wie als lösest du dich auf.
Dennoch bist du hier, präsent und vorhanden.

Du bist Beobachter.

Nimm war, wie du als reines Bewusstsein existierst. Deine Gedanken sind immer noch da. Lass nun aber los von diesen Gedanken, bewerte sie nicht, identifiziere sie nicht.
Lass sie los.
Lass sie kommen und gehen bis keine Gedanken mehr vorhanden sind.

Nimm dich nun wahr.
Existierst du noch?
Ohne Körperwahrnehmung, ohne Gedanken, ohne Sinneseindrücke.
Du bist da als reines Bewusstsein.

Nimm für dich das Gefühl – ich bin wahr – an.
Ich bin wahr – ohne Körper, ohne Gedanken, ohne Sinnesorgane.

Ich bin!!

Dieses Bewusstsein, das bist du!

Ich bin das Bewusstsein jenseits meines Körpers, jenseits meiner Sinne, jenseits meiner Wünsche und Bedürfnisse.

Genieße den Moment der Verbundenheit mit dir Selbst – mit deinem wahren Ich!

Spüre deinen Atem und fühle wie er ruhig und gleichmäßig kommt und geht.

Sag zu dir selbst:

Ich atme ein, ich atme aus.
Ich blühe wie eine Blume.
Ich bin frisch wie der Tau.
Ruhig und stark wie die Berge,
wie die Erde so fest.
ICH BIN FREI!

„Thich Nhat Hanh“

Du behältst dieses Gefühl der Verbundenheit mit deinem wahren Selbst, mit dem inneren Frieden!

Langsam öffnest du deine Augen.

Namasté  

Fotografie: Eva Ehehalt https://leckervital.com