Schwere Zeiten – oder eine neue Chance ?

Der erstmalige Ausbruch des Corona – Virus war im Dezember 2019 in  der Millionenstadt Whuan in China auffällig geworden, bis er sich bereits im Januar 2020 zur Epidemie in China entwickelte. Noch vor wenigen Wochen war der Virus gefühlt weit in der Ferne verbreitet, bis er dann schließlich in Italien und auch bei uns in Deutschland vermehrt Schlagzeilen schrieb. Innerhalb von wenigen Tagen hat er nun auch unser Leben hier in Stuttgart stark beeinflusst. Hamstereinkäufe, leere Regale in Zeiten des Überflusses. Schulen und Kindergärten werden geschlossen, öffentliche Einrichtungen wie Bäder, Kinos, Bibliotheken, Museen, Theater usw. sind ebenfalls davon betroffen. Sportliche Aktivitäten in den Vereinen sowie Veranstaltungen werden untersagt. Einschränkungen, mit denen ich so nicht gerechnet habe.

Welche Auswirkungen dies insgesamt haben wird, ist heute noch unklar. Auch was auf uns in den kommenden Tagen zukommt ist ungewiss.

Für einige Menschen und Familien bringen die beschlossenen Maßnahmen aber sicher auch Existenzängste mit.
Für viele gilt es innerhalb von einem Wochenende die gewohnten Abläufe und damit auch das Leben für die kommenden Wochen neu zu organisieren.
Es ist die Frage zu beantworten – wohin mit den Kindern?
Besonders wenn die Arbeit nicht einfach in das Homeoffice verlagert werden kann.
Verzweiflung, Ängste, Wut, Überforderung, Unsicherheit kommen auf.

Aber, ist dies nicht auch eine Zeit für sich selbst als Chance zu betrachten?
Um einfach mal sein eigenes Leben, Handeln und Denken zu hinterfragen?
Sich selbst zu reflektieren und auf das eigene Herz zu hören.
Eine Chance, der Schnelllebigkeit den Rücken zu kehren und – sich auf sich selbst – zu besinnen.
Eine Zeit, die wir eher zurückgezogen, vielleicht  alleine oder im Kreise der Familie verbringen können, ganz ohne gesellschaftliche Events, Aktivitäten, und Reizen von außen.

Dabei soll der Rückzug nicht mit Angst erfüllt sein, auch wenn uns bewusst wird, wie verletzbar wir sind.
Nein, der Rückzug soll uns die Chance bieten mehr über uns erfahren zu können und vielleicht bietet er auch die Möglichkeit etwas zu verändern?

Bei den unzähligen Eindrücken und Einflüssen, die uns von außen ständig belagern, können wir unsere innere Stimme kaum mehr wahrnehmen. Unsere innere Weisheit ist stets da, um uns zu führen. Wir müssen lediglich bereit sein, hinzuhören und die Antwort nicht ständig im Außen zu suchen.

svaviṣaya-asaṁprayoge cittasya svarūpānukāra-iv-endriyāṇāṁ pratyāhāraḥ

Patanjali Yoga Sutra 2.54

„Pratyâhâhara geschieht, wenn der Geist in der Lage ist, die Sinnesorgane von äußeren Objekten, die sie umgeben  loszulösen. Im Zustand von Pratyâhâhara folgen die Sinne dem Geist in seiner Ausrichtung.

Wenn wir uns also im täglichen Leben nicht unseren Sinnen ausliefern, so lebt es sich einfach losgelöster, leichter und freier.

Namasté